S2k-Leitlinie COPD

Berlin, 29.04.2026 | Lesezeit: 2 Min.

5 Fragen an… die Leitlinienautorin Prof. Kahnert zur neuen S2k-Leitlinie COPD
 

Auf dem diesjährigen Kongress der DGP in München wurde die aktualisierte S2k-Leitlinie Fachärztliche Diagnostik und Therapie der COPD vorgestellt. Gemeinsam mit dem niedergelassenen Pneumologen PD Dr. Benjamin Löh beleuchtet die federführende Autorin Prof. Dr. Kathrin Kahnert die Änderungen, die in der neuen Version aufgenommen wurden und ordnet ihre Bedeutung für die tägliche Praxis kritisch ein.

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Die neue S2k-Leitlinie berücksichtigt neue Studien und Daten, die seit dem Erscheinen der NVL veröffentlicht wurden. Derzeit gewinnt man sehr schnell neue relevante Erkenntnisse, weshalb damit zu rechnen ist, dass das nächste Update der Leitlinie in einem wesentlich kürzeren Zeitabstand notwendig sein wird. Insbesondere die COPD-Schweregradeinteilung der GOLD Gruppen A, B und E wurden aus der GOLD übernommen, um eine internationale Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Die Therapieempfehlungen wurden im Vergleich zur NVL aktualisiert und enthalten nun aktualisierte Empfehlungen auf Basis der neusten Studiendaten.

In dem aktualisierten Diagnostikkapitel wurde herausgearbeitet, dass frühe COPD-Formen durch die alleinige Spirometrie nur unzureichend erfasst werden. Es wird daher bei Patienten mit COPD-typischen Symptomen und erhaltener Spirometrie eine weiterführende Lungenfunktionsdiagnostik inklusive Bodyplethysmographie und Diffusionskapazität zur Identifikation von frühen COPD-Veränderungen angeraten. Auch die CT-Thorax Bildgebung ist an dieser Stelle hilfreich frühe COPD-Veränderungen zu erkennen.

Zunächst wurde hier die A, B, E Klassifizierung aus der GOLD übernommen – sodass eine Vergleichbarkeit mit internationalen Studien einfacher wird. Außerdem wurde ebenfalls die Einordnung als Gruppe E bereits ab der ersten mittelgradigen Exazerbation übernommen, da diverse Studien bereits dort ein erhöhtes Folgerisiko zeigen konnten. Hier soll eine Null-Toleranz-Strategie gefahren werden. Dementsprechend wird auch eine frühzeitige Eskalation der Therapie empfohlen.

Zum einen bricht die neue S2k-Leitlinie mit der restriktiven Haltung der NVL; der Einsatz von ICS im Rahmen der Eskalation von einer dualen auf eine Tripletherapie wird nun – gestützt durch die aktuelle Evidenz zur Reduktion der Mortalität – wesentlich großzügiger und mit höherem Stellenwert empfohlen. Zum anderen besteht mittlerweile die Option, bei geeigneten Patienten*innen Biologika einzusetzen. Zudem sind in der Leitlinie Empfehlungen zur Behandlung von Endstage-COPD Patienten*innen enthalten, welche die operative und endoskopische Lungenvolumenreduktion umfassen – in beiden Fällen sollte die Behandlung klar in der Hand des*der Facharztes*Fachärztin liegen und eine erweiterte Diagnostik und Phänotypisierung vorausgehen.

Aufgrund des G-BA Beschlusses zur Tabakentwöhnung besteht hier eine wichtige neue Option: Es ist nun möglich, auf Kassenrezept eine medikamentöse Therapie zur Tabakentwöhnung zu verschreiben, sofern der*die Patient*Patientin eine nachgewiesene Tabakabhängigkeit hat und an einem zertifizierten Tabakentwöhnungsprogramm teilnimmt. Dieser Schritt trägt dazu bei, eine sozioökonomisch bedingte Selektion zu verhindern.

Weiterführende Informationen

Die Langversion der aktualisierten S2k-Leitlinie COPD können Sie auf AWMF online oder in der LeiLa-App abrufen.

Wie war das nochmal in GOLD? Das können Sie im Beitrag aus dem Dezember nachlesen.

Elebrato Ellipta 92 Mikrogramm/55 Mikrogramm/22 Mikrogramm, Einzeldosiertes Pulver zur Inhalation. Wirkstoffe: Fluticasonfuroat/Umeclidinium/Vilanterol (als Trifenatat). Zusammensetzung: Jede einzelne Inhalation enthält eine abgegebene Dosis (die aus dem Mundstück abgegebene Dosis) von 92 µg Fluticasonfuroat, 65 µg Umeclidiniumbromid (entsprechend 55 µg Umeclidinium) und 22 µg Vilanterol (als Trifenatat). Sonst. Bestandt.: Lactose-Monohydrat, Magnesiumstearat  (Ph.Eur.). Anwendungsgebiete: Erhaltungstherapie bei erwachsenen Patienten m. moderater bis schwerer chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD), die mit einer Kombination aus einem inhalativen Kortikosteroid u. einem langwirksamen Beta2-Agonisten od. mit einer Kombination aus einem langwirksamen Beta2-Agonisten und einem langwirksamen Muscarinrezeptor-Antagonisten nicht ausreichend eingestellt sind. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gg. die Wirkstoffe od. einen d. sonst. Bestandteile. Nebenwirkungen: Häufig: Pneumonie, Infektion d. oberen Atemwege, Bronchitis, Pharyngitis, Rhinitis, Sinusitis, Influenza, Nasopharyngitis, Candidiasis i. Mund- u. Rachenraum, Harnwegsinfektion, Kopfschmerzen, Husten, Schmerzen i. Oropharynx, Obstipation, Arthralgie, Rückenschmerzen. Gelegentlich: virale Infektion d. Atemwege, Dysgeusie, verschwommenes Sehen, Glaukom, Augenschmerzen, supraventrikuläre Tachyarrhythmie, Tachykardie, Vorhofflimmern, Dysphonie, trockener Mund, Frakturen. Selten: Überempfindlichkeitsreaktionen einschl. Anaphylaxie, Angioödem, Urtikaria u. Hautausschlag, Hyperglykämie, Angstzustände, Tremor, erhöhter Augeninnendruck, Palpitationen, Muskelspasmen, Harnretention, Dysurie. Warnhinweis: Enthält Lactose. Verschreibungspflichtig. Weitere Einzelheiten enthalten die Fach- und Gebrauchsinformation, deren aufmerksame Durchsicht empfohlen wird.Pharmazeutischer Unternehmer: GlaxoSmithKline Trading Services Limited, 12 Riverwalk, Citywest Business Campus, Dublin 24, Irland. Lokaler Vertreter in Deutschland: BERLIN-CHEMIE AG, 12489 Berlin. (Stand 08.23)

Quellen:

  1. S2k-Leitlinie Fachärztliche Diagnostik und Therapie der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) 2026, federführende Fachgesellschaft: Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin; Auflage Februar 2026, Version 5.2; AWMF-Register-Nr. 020-006; Zugriff am 01.04.2026

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