Kongress Kompakt DGP

Berlin, 29.04.2026 | Lesezeit: 2 Min.

Die Highlights vom DGP 2026 zu Asthma und COPD


Der diesjährige Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin fand vom 18. bis 21. März statt. Über 4.000 Teilnehmende waren in München vor Ort. Im Podcast diskutieren Frau Prof. Dr. Kathrin Kahnert, München, und Herr PD Dr. Benjamin Löh, Bad Homburg, ihre Highlights für die Praxis aus den Indikationen Asthma und COPD.

 

0:00
0:00

Auszug aus dem Podcast:

„Das ist der absolute Klimakiller, wenn ein Patient im Krankenhaus ist. Eine gute Basistherapie ist ganz entscheidend und damit sparen wir am meisten.“

Prof. Dr. Kathrin Kahnert, Fachärztin für Innere Medizin und Pneumologie in Germering

„Was ich ganz spannend fand, waren neue Daten zum Thema systemische Kortikosteroide. Dass sogar geringe Dosen durchaus mit relevanten Risiken für Komorbiditäten verbunden sind, hat mich schon beeindruckt.“

PD Dr. Benjamin Löh, Facharzt für Pneumologie in Bad Homburg

Früherkennung bei COPD rückt immer mehr in den Fokus. Ziel ist dabei, die Erkrankung zu erkennen, bevor Lungengewebsschäden irreversibel werden und Exazerbationen auftreten. Hierzu gibt es sowohl strukturell als auch methodisch bessere Voraussetzungen sowie präventive Ansätze, um einer manifesten COPD zuvorzukommen.

E-Zigaretten und ihre Verwandten stellen ein wachsendes Problem in der Pneumologie dar: Immer mehr Daten geben Hinweise, dass diese Produkte starke Reizungen der Atemwege verursachen, Nikotinabhängigkeit fördern und in vielen Fällen zu einem Dual Use mit besonders schlechten Outcomes führen. Das betrifft ebenso die Kombination mit Cannabis. Am kritischsten sehen die Experten*innen hier, dass sich diese Produkte primär an Kinder und Jugendliche richten.

Bei der wachsenden Zahl verfügbarer Biologika – der neueste Vertreter ist Depemokimab für Asthma – wird eine sorgfältige Phänotypisierung immer wichtiger. Neben FeNO und Eosinophilen wird dazu auch eine weniger verbreitete Methode interessant: die Impulsoszillometrie. Das Verfahren erlaubt, zwischen kleinen und großen Atemwegen zu differenzieren. Es bleibt abzuwarten, wann diese Methode Einzug ins Standardrepertoire pneumologischer Praxen erhält.

Es wurden neue Daten zu den Nebeneffekten systemischer Kortikosteroide vorgestellt – die Dosis, bei der ein relevantes Risiko für die Entstehung von Komorbiditäten auftritt, scheint geringer, als man bisher angenommen hat. In Konsequenz sollten Strategien in Schulungen hinsichtlich des „Notfall-Kortisons“ dringend angepasst werden.

Klimaschutz bleibt ein wichtiges Thema. Primär sollten Pulverinhalatoren eingesetzt werden – für Patienten*innen, bei denen das nicht infrage kommt, entsteht nun aufgrund der Entwicklung neuer Treibgase ebenfalls ein klimafreundlicheres Angebot.  Einen ganz erheblichen Beitrag zur Klimabilanz einer Therapie haben jedoch vor allem Hospitalisierungen. Deshalb sollte Exazerbationen zu verhindern auch aus der Klimaschutz-Perspektive oberste Priorität haben.

Viel Dank für Ihre Bewertung!

Ihr Feedback hilft uns, unsere Inhalte interessant zu gestalten.

Thank You For Your Ratings.

Empfehlen Sie diesen Artikel

Weitere Themen

S2k-Leitlinie COPD

Im Februar 2026 erschien die fünfte Version der S2k-Leitlinie COPD. Ob es die neue S2k-Leitlinie wirklich braucht, was sich geändert hat und was das für die Praxis bedeutet, diskutieren Leitlinienautorin Prof. Dr. Kathrin Kahnert und der niedergelassene Pneumologe Dr. Benjamin Löh im Podcast.

Zum Artikel
United Airways

Asthma und allergische Rhinitis sind eng miteinander verknüpft. Das United Airways Konzept unterstreicht, dass eine isolierte Betrachtung der unteren Atemwege häufig zu kurz greift. Welche Bedeutung hat diese Verknüpfung für den Versorgungsalltag?

Zum Artikel
S3-Leitlinie Nachsorge Lungentransplantation

Nach Lungentransplantation ist das Langzeitüberleben im Vergleich zu anderen Organtransplantationen schlecht. Die neue S3-Leitlinie aus dem November 2025 zur Nachsorge von Erwachsenen nach Lungentransplantation soll mit evidenzbasierten und konsentierten Empfehlungen nachbessern. Sie ist damit die erste ihrer Art. Wie können Sie in der Niederlassung beitragen?

Zum Artikel