Umfassendes GOLD-Update für 2026

Berlin, 19.12.2025 | Lesezeit: 2 Min.

Mit dem GOLD-Report 2026 liegt erneut ein zentraler Referenzpunkt für die Versorgung von COPD-Patienten*innen vor. Die diesjährige Ausgabe bringt zahlreiche inhaltliche Weichenstellungen, die für die tägliche Praxis hochrelevant sind. Besonders im Fokus stehen ein früheres Erkennen der Erkrankung, eine klarere Therapieeskalation und ein erweitertes Verständnis von Multimorbidität. Neue Konzepte wie die Krankheitsaktivität sowie eine Übersicht und Einschätzung KI-gestützter Anwendungen eröffnen zusätzliche Perspektiven.

Im GOLD-Report 2026 wurden zahlreiche Inhalte überarbeitet. Besonders das Kapitel zu COPD-Exazerbationen (Kapitel 4) erhielt eine grundlegende Neufassung. Deutlich wird: Die Bedeutung von Exazerbationen, Multimorbidität und neuen Technologien für den Krankheitsverlauf rückt weiter in den Vordergrund.

Früher ist besser

Der Report betont die Relevanz frühzeitigen Handelns. Das erweiterte Kapitel zum Case-Finding (Kapitel 2) zeigt, dass eine frühe Diagnose und Therapie den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Empfohlen wird daher eine Kombination aus aktiven und opportunistischen Maßnahmen. Risikopersonen sollen gezielt identifiziert und bestehende Kontaktpunkte – etwa im Rahmen des Lungenkrebsscreenings – genutzt werden. Vor allem in der Primärversorgung sollen möglichst einfache Untersuchungen zum Einsatz kommen, beispielsweise die Peak-Flow-Messung.

Auch im Hinblick auf die medikamentöse Therapie gibt es Anpassungen (Kapitel 3 und 4): Bereits nach der ersten moderaten Exazerbation wird der*die Patient*in der Gruppe E zugeordnet (zuvor nach der zweiten moderaten oder ersten schweren) und es soll wie gehabt eine Eskalation auf eine Dreifach-Fixkombination geprüft werden. Das bisherige Ampelsystem basierend auf der Eosinophilenzahl wird dabei nun durch eine andere Farbgebung ersetzt. Ab 100 Zellen/µL wird der Einsatz eines ICS als Ergänzung zu langwirksamen Bronchodilatatoren befürwortet (nun hellgrün), ab 300 Zellen/µL wird er stark befürwortet (dunkelgrün). Nach schweren Exazerbationen mit Hospitalisierung gehört die Eskalation auf eine Tripletherapie explizit zum Entlassmanagement, da frühe Anpassungen mit besseren Outcomes assoziiert sind. Gerade die ersten 30 Tage nach einer Exazerbation sind mit einem erhöhten Risiko für Mortalität assoziiert.

Stärkere Gewichtung für Multimorbidität

Das Kapitel zu Komorbiditäten (Kapitel 5) wurde deutlich erweitert und fokussiert nun stärker auf Multimorbidität. Kardiovaskuläre Erkrankungen und Lungenkrebs, zwei der häufigsten Todesursachen bei COPD, werden besonders hervorgehoben. Beschrieben wird, wie mehrere Begleiterkrankungen den Verlauf beeinflussen und wie ein personalisierter Ansatz die Versorgung verbessern kann. Dafür schlägt GOLD die Orientierung an vier „M“s vor: Mentale Einstellung und Verfassung, Mobilität, Medikation und Morbidität. Zusätzlich wird empfohlen, Gebrechlichkeit systematisch zu berücksichtigen, da sie unabhängig von Komorbiditäten die Prognose beeinflusst.

Neue Konzepte und Technologien

Neu aufgenommen wurde das Konzept der Krankheitsaktivität als zusätzlicher Verlaufsparameter. Erfasst wird sie anhand messbarer Faktoren wie Biomarkern der Inflammation, Symptomstärke, Lungenfunktion und Exazerbationshäufigkeit.
Ein eigenes Kapitel (Kapitel 6) widmet sich neuen Technologien. Diskutiert werden Einsatzmöglichkeiten künstlicher Intelligenz in Diagnostik, Analyse und Risikoprognose. Dabei werden die potentiellen Gefahren des Einsatzes von KI sowie Strategien zu deren Eindämmung aufgezeigt. Außerdem werden Telehealth-Optionen wie Remote Monitoring, Wearables, Videosprechstunden und Tele-Reha vorgestellt. Es wird jedoch eingeschränkt, dass zu vielen telemedizinischen Methoden noch keine ausreichende Evidenz für einen Benefit gegenüber der üblichen Behandlung gezeigt werden konnte. Allerdings gab es bisher auch keine Hinweise auf eine Unterlegenheit.

Weitere Änderungen


  • Der CAAT-Fragebogen ersetzt den CAT, er erfasst ähnliche Punkte, kann aber für verschiedene Atemwegserkrankungen eingesetzt werden.
  • Impfempfehlungen wurden aktualisiert, u. a. wurde die RSV-Impfung aufgenommen.
  • Empfehlungen zur Langzeitsauerstofftherapie wurden überarbeitet.
  • Maßnahmen zur Reduktion unnötiger Antibiotikagaben werden betont.

Quellen:

  1. Global Strategy for the Diagnosis, Management, and Prevention of Chronic Obstructive Pulmonary Disease (2026 Report), V1.1

Elebrato Ellipta 92 Mikrogramm/55 Mikrogramm/22 Mikrogramm, Einzeldosiertes Pulver zur Inhalation. Wirkstoffe: Fluticasonfuroat/Umeclidinium/Vilanterol (als Trifenatat). Zusammensetzung: Jede einzelne Inhalation enthält eine abgegebene Dosis (die aus dem Mundstück abgegebene Dosis) von 92 µg Fluticasonfuroat, 65 µg Umeclidiniumbromid (entsprechend 55 µg Umeclidinium) und 22 µg Vilanterol (als Trifenatat). Sonst. Bestandt.: Lactose-Monohydrat, Magnesiumstearat  (Ph.Eur.). Anwendungsgebiete: Erhaltungstherapie bei erwachsenen Patienten m. moderater bis schwerer chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD), die mit einer Kombination aus einem inhalativen Kortikosteroid u. einem langwirksamen Beta2-Agonisten od. mit einer Kombination aus einem langwirksamen Beta2-Agonisten und einem langwirksamen Muscarinrezeptor-Antagonisten nicht ausreichend eingestellt sind. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gg. die Wirkstoffe od. einen d. sonst. Bestandteile. Nebenwirkungen: Häufig: Pneumonie, Infektion d. oberen Atemwege, Bronchitis, Pharyngitis, Rhinitis, Sinusitis, Influenza, Nasopharyngitis, Candidiasis i. Mund- u. Rachenraum, Harnwegsinfektion, Kopfschmerzen, Husten, Schmerzen i. Oropharynx, Obstipation, Arthralgie, Rückenschmerzen. Gelegentlich: virale Infektion d. Atemwege, Dysgeusie, verschwommenes Sehen, Glaukom, Augenschmerzen, supraventrikuläre Tachyarrhythmie, Tachykardie, Vorhofflimmern, Dysphonie, trockener Mund, Frakturen. Selten: Überempfindlichkeitsreaktionen einschl. Anaphylaxie, Angioödem, Urtikaria u. Hautausschlag, Hyperglykämie, Angstzustände, Tremor, erhöhter Augeninnendruck, Palpitationen, Muskelspasmen, Harnretention, Dysurie. Warnhinweis: Enthält Lactose. Verschreibungspflichtig. Weitere Einzelheiten enthalten die Fach- und Gebrauchsinformation, deren aufmerksame Durchsicht empfohlen wird. Pharmazeutischer Unternehmer: GlaxoSmithKline Trading Services Limited, 12 Riverwalk, Citywest Business Campus, Dublin 24, Irland. Lokaler Vertreter in Deutschland: BERLIN-CHEMIE AG, 12489 Berlin. (Stand 08.23)

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